
Tarima Schulz, Gestalttherapeutin
Sich die Freiheit zu nehmen, die Weite seiner eigenen Anatomie wahrzunehmen, sie zu entdecken und zu verstehen und daraus seine ureigene Haltung zu entwickeln, das ist das GESCHENK der Alexander-Technik. www.tarimaschulz.de
Michael Brückner, Coach
Als ich mit der Alexander-Technik bei Susanne Feld als Schüler anfing,wusste ich fast gar nichts darüber, nur dass die Körperhaltung eine aufrechtere werden würde. Susanne fing mit mir ganz praktisch an ohne viele Worte, und mir wurde schnell klar, dass meine Aufgabe darin bestand, einfach mal nichts zu tun – was anfangs gar nicht so einfach ist. Am erstaunlichsten fand ich, dass ich mich hinterher immer fühlte, als habe ich eine Massage bekommen. Aber es wirkt sich auf mich noch viel weiter aus, als nur auf mein Körpergefühl. Ich fühle mich viel selbstbewusster, klarer in meinen Gedanken und präsenter im Ganzen. Nachdem ich ein paar Wochen regelmäßig AT geübt hatte, habe ich ein Buch darüber gelesen und festgestellt, dass meine Erfahrungen üblich sind für Schüler der AT und dass es nicht nur ein Placebo-Effekt ist. Vollkommen überzeugt von der Wirkung der AT war ich, als ich nach etwa zwei Wochen Pause meine erste Stunde nahm. Auf dem Heimweg war ich nicht nur entspannt wie nie zuvor, ich hatte sogar das Gefühl, jeden Moment abzuheben und zu schweben. Dieses Gefühl kannte ich bis dahin nur aus meinen Träumen. Wer AT übt und auf entsprechende Phänomene stößt, wird verstehen, warum man die Erfahrung selber machen muss und dass Worte über die Wirkung der AT nicht annähernd dem gerecht werden, wie sie tatsächlich ist. Es ist wie das laufen lernen als Kind, nur dass man es diesmal als Erwachsener lernt – ganz bewusst. Kann man es erst mal, ist es das selbstverständlichste der Welt, dann ist alles was vorher war, wie ein Krabbeln, Wälzen, Wanken und Fallen, was anfangs hin und wieder immer noch vorkommt. Ich lerne mit dem Gefühl des Schwebens durch die Welt zu laufen, und man sieht es mir an, wie mir des Öfteren schon gesagt wurde. Zusammengefasst drückt es folgendes Zitat von R.W. Emerson aus: „Derjenige, der die ihm eingeborene Kraft erkennt… und solcherart gewahr seinen Gedanken unverzüglich Folge leistet, richtet sich augenblicks auf, steht da in aufrechter Haltung, gebietet seinen Gliedmaßen, wirkt Wunder.“
Michael Brückner im Mai 2009 www.pi-logos.de
Maria Busqué, Pianistin
Meine ersten Erfahrungen mit der AT waren beflügelnd – alles hatte eineLeichtigkeit, die ich nie zuvor gespürt hatte. Nach und nach habe ich gelernt, die Prinzipien der AT in meinem täglichen Leben zu gebrauchen. Das hat dazu geführt, dass ich beispielsweise nicht mehr so schnell müde wurde, körperlich stabiler war, also mich selbst als Ganzes verspürte. Von der AT nehme ich vor allem mit: auf das Überflüssige zu verzichten, die Freiheit zur Entscheidung zu haben, mich selbst nicht unnötig zu beanspruchen. Das alles auf das Klavierspiel angewendet, kann ich z.B. mein Üben ganz neu gestalten, sodass das Üben auch musikalisch sinnvoller ist. Das hat zur Folge, dass das Üben leichter wird, weil auch viel konkreter, dass ich deshalb nicht mehr so schnell müde werde. Ich lasse mich auch nicht von schwierigen Passagen beeindrucken, sondern gehe sie an und bewältige sie. Es ist natürlich eine Mischung von vielen Techniken und Methoden, die wir Künstler/Performer mit der Zeit lernen anzuwenden und in unsere Arbeit aufnehmen. Die AT zu kennen ist für jeden Menschen eine Bereicherung und etwas, worauf der aktive Künstler/Performer definitiv nicht verzichten sollte. www.mariabusque.net
Anna Sophie Howoldt, Mode-Designerin
Hat sich etwas in Deinem Leben verändert, seit Du Alexander-Technik-Unterricht nimmst?
Die Alexander-Technik gibt mir die Motivation neu und selbstständig zu entscheiden – in allen Lebensbereichen. Nicht immer setze ich es so um wie ich möchte, doch gibt es eine wesentliche Veränderung hin zu immer mehr bewussten und eigenen Entscheidungen, die nicht aus Reflektion der Fremdperspektive entstehen. Die damit verbundene wachsende innere Sicherheit gibt mir mehr Zufriedenheit und Selbstvertrauen. Ich habe gelernt meiner Persönlichkeit mehr Raum zu geben – den “Körperraum und Umraum” zur Entfaltung. Ich spüre und achtet den Körper mehr, weniger oberflächlich kritisierend und korrigierend – im besten Falle formend als zuvor, mehr ein tatsächliches Erkennen der Möglichkeiten, der eigenen Fähigkeiten und Besonderheiten und deren Entfaltung.
Wie schnell hattest Du erste Erkenntnisse oder hast Veränderungen bemerkt?
Erste Veränderungen waren tief greifend und schon im ersten Monat der Praxiswahrnehmbar, wie auch körperlich spürbar. Das leicht gesagte “Loslassen” bedeutet wirklich essentielles Los-lassen von einer durch Gewohnheiten
aufgebauten Stabilität. So führten das erste “Einlassen” auf AT zu relativ weitschweifenden Erinnerungen und Rekapitulation des bisher gelebten Verhaltens und Wahrnehmens – äußerlich und körperlich, wie auch innerlich
und mental. In der ersten Phase musste ich lernen mir mehr Zeit zu nehmen, mich mit dem Neuen aber auch mit meinem Leben auseinanderzusetzen. Die gewohnte Geschwindigkeit zu verlangsamen und Inne zu halten, um den Prozess
zu beobachten. Nicht immer angenehm, oder einfach waren die Erfahrungen am Anfang, aber wie jeder Schritt ins Unbekannte und Neue besonders und nach einer Phase der Verunsicherung immer leichter und bereichernder.
Inspiriert Dich die Arbeit mit der Alexander-Technik in irgendeiner Weise?
Eigentlich inspiriert mich alles was ich erlebe und wahrnehme – in diesem Sinne wird durch AT insgesamt das Spektrum verändert und erweitert. Entpuppung – Subtiler und genauer wahrzunehmen.
Gibt es ein bestimmtes Gefühl, das Du mit Alexander-Technik verbindest?
Balance – Schwerelosigkeit – Freiheit – Zufriedenheit – Verbundenheit. Ich mag die Vorstellung der Dualität (Gegensätzlichkeit) – einerseits wird der Schädel – Kopf balanciert und zugleich hängt alles andere daran – Körper. Metaphorisch die Balance von Körper und Geist. Luft wird als Masse in der sich der Körper bewegt spürbar. Verbindung von Innenraum und Um-Raum. www.ansoho.com